Wenn Ende November in Reutlingen die ersten Buden öffnen, beginnt in der Region Neckar-Alb die Weihnachtszeit. Bis in den Januar hinein folgen Weihnachtsmärkte in den Altstädten, das Schokoladenfestival chocolART in Tübingen und der Königliche Winterzauber auf der Burg Hohenzollern. Zwischen den Feiertagen lohnen Ausflüge in den Schönbuch und auf die Alb, und nach einem Tag draußen gehört ein gutes Essen in einem Restaurant der Region dazu.
Welche Weihnachtsmärkte gibt es in der Region Neckar-Alb?
Die meisten der hier vorgestellten Märkte dauern nur ein Wochenende. Tübingen und Albstadt feiern 2026 vom 11. bis 13. Dezember, Hechingen am 12. und 13. Dezember. Rottenburg, Metzingen und Trochtelfingen sind eine Woche früher dran, am zweiten Adventswochenende. Über mehrere Wochen geöffnet hat nur der Reutlinger Markt.
Landkreis Tübingen
- Tübinger Weihnachtsmarkt: Seit 1974 lädt die Universitätsstadt am dritten Adventswochenende in die Altstadt ein, 2026 vom 11. bis 13. Dezember. Geöffnet ist freitags und samstags von 10 bis 21 Uhr, sonntags von 11 bis 19 Uhr. Über 300 beleuchtete Stände von Händlern, Vereinen und gemeinnützigen Organisationen ziehen sich durch die Gassen, von der Neckargasse über Holzmarkt und Marktplatz bis zur Krummen Brücke und in die Hafengasse. Am Samstag und Sonntag kommen Schmiedtorstraße und Haagtorplatz hinzu. Für Kinder gibt es ein Karussell am Marktplatz und am Nonnenhaus, am Sonntag spielt auf dem Marktplatz ein Kindertheater. Am Freitag um 19 Uhr steht auf dem Haagtorplatz die „Feuerzangenbowle" auf dem Programm.
- Rottenburger Nikolausmarkt: Rottenburg hält seinen Nikolausmarkt traditionell am zweiten Adventswochenende ab, 2026 also vom 4. bis 6. Dezember. Rund um den Marktplatz stehen über 80 geschmückte Holzhäuschen und Stände. Kunsthandwerker, Vereine und Aussteller aus der Region verkaufen Gebäck, Handgemachtes und Glühwein, Musikvereine und Bands spielen dazu. Organisiert wird der Markt von der WTG Rottenburg. Geöffnet ist am Freitag von 14 bis 22 Uhr, am Samstag von 11 bis 22 Uhr und am Sonntag von 11 bis 19 Uhr.
Landkreis Reutlingen
- Reutlinger Weihnachtsmarkt: Vom 26. November bis 22. Dezember 2026 verteilt sich der Markt auf mehrere Plätze der Innenstadt. Geöffnet ist täglich von 11 bis 20 Uhr. An der Marienkirche und in der Metzgerstraße stehen die städtischen Hütten, in denen sich Reutlinger Schulen, Vereine, Kindergärten und gemeinnützige Organisationen tageweise abwechseln. Neu ist der Veranstalter: Die Stadt hat die Durchführung neu vergeben, ab 2026 richtet die Firma J. Högerle aus Dunningen den Markt aus.
- Metzinger Weihnachtsdorf und Weihnachtsmarkt: Metzingen teilt die Adventstage auf zwei Formate auf. Auf dem Kelternplatz steht vom 4. bis 6. Dezember ein Weihnachtsdorf aus geschmückten Holzbuden. Es wird am Freitag um 17 Uhr eröffnet und hat freitags bis 21 Uhr, samstags von 11 bis 20 Uhr und sonntags von 11 bis 18 Uhr geöffnet. Am Samstag, 5. Dezember, kommt von 11 bis 20 Uhr der traditionelle Weihnachtsmarkt in der Reutlinger Straße und der Hindenburgstraße hinzu. Eine Woche später, am 12. und 13. Dezember, feiert der Stadtteil Glems seinen Weihnachtsmarkt rund um das Rathaus.
- Trochtelfinger Christkindlesmarkt: Auf der Alb lädt die Stadt Trochtelfingen am Samstag, 5. Dezember, von 15 bis 21 Uhr und am Sonntag, 6. Dezember, von 11 bis 18 Uhr in die Kernstadt ein. Die örtlichen Vereine gestalten das Rahmenprogramm, der Nikolaus schaut vorbei. Die Bücherei lädt an beiden Tagen in eine Kaffeestube und ein Vorlesezelt ein.
Zollernalbkreis
- Fürstlicher Weihnachtsmarkt Hechingen: Hechingen feiert am Samstag, 12. Dezember, von 15 bis 22 Uhr und am Sonntag, 13. Dezember, von 13 bis 19 Uhr. Die Stände stehen 2026 in der Zollernstraße, ausgerichtet wird der Markt von Mono Events. Der Markt lässt sich gut mit einem Abend auf der Burg Hohenzollern verbinden, deren Winterzauber an beiden Tagen ab 15 Uhr geöffnet hat.
- Ebinger Weihnachtszauber: In Albstadt-Ebingen richtet das Citymanagement Albstadt den Markt vom 11. bis 13. Dezember aus. Die Stände verteilen sich auf Marktstraße, Bürgerturmplatz, Kurt-Georg-Kiesinger-Platz und Bahnhofstraße. Freitags und samstags ist von 10 bis 22 Uhr geöffnet, sonntags von 11 bis 18 Uhr. Alle Markthäuser sind einheitlich weihnachtlich ausgestattet, Getränke gibt es nur in Mehrwegtassen oder -bechern.
Weitere Weihnachtliche Veranstaltungen
chocolART in Tübingen
Eine Woche vor dem Weihnachtsmarkt gehört die Tübinger Altstadt der Schokolade. Vom 1. bis 6. Dezember 2026 zeigen und verkaufen beim internationalen Schokoladenfestival chocolART über 80 Chocolatiers und Manufakturen ihre Produkte. Der Markt ist dienstags von 13 bis 20 Uhr geöffnet, mittwochs bis freitags von 10 bis 20 Uhr, samstags von 10 bis 22 Uhr und sonntags von 11 bis 18 Uhr. Der Eintritt ist frei.
An vielen Ständen lässt sich bei der Herstellung zuschauen. Das Begleitprogramm bietet Schoko-Tastings, Kakaomalerei und Live-Produktion. Hinter dem Festival steht die Tübingen Erleben GmbH.
Königlicher Winterzauber auf Burg Hohenzollern
Einen Weihnachtsmarkt im üblichen Sinn gibt es auf der Burg nicht. Vom 20. November 2026 bis 10. Januar 2027 zeigt sie stattdessen eine weihnachtlich gestaltete Sonderausstellung, innen wie außen. Im Grafensaal ist eine zwölf Meter lange Tafel mit klassizistischem Service und Silber aus kaiserlichen Beständen nach Entwürfen von Karl Friedrich Schinkel eingedeckt, daneben steht ein sieben Meter hoher Christbaum. In der katholischen Burgkapelle erzählt eine Ausstellung die Geschichte des gläsernen Weihnachtsschmucks. Mit Einbruch der Dämmerung werden die Fassaden im Burghof illuminiert.
Geöffnet ist täglich von 15 bis 21 Uhr, letzter Einlass in die Burganlage ist um 20 Uhr. Ruhetage sind der 23. und 30. November, der 7. und 14. Dezember, der 23. bis 25. Dezember sowie der 31. Dezember und 1. Januar. Online kostet das Ticket für Erwachsene 29 Euro, für Kinder von 4 bis 11 Jahren 9 Euro. Die Burg empfiehlt Online-Tickets, da vor Ort nicht immer Karten verfügbar sind. Ab 14.45 Uhr pendeln Busse etwa alle zehn Minuten zwischen dem Besucherparkplatz P1 und dem Adlertor, die letzte Fahrt zurück startet um 21.30 Uhr.
Reutlinger Weihnachtscircus
Wer die Tage um Weihnachten mit Familie verbringt, findet im Reutlinger Weihnachtscircus ein Programm, das auch nach den Feiertagen weiterläuft. Vom 18. Dezember 2026 bis 6. Januar 2027 gibt es täglich Vorstellungen um 15 und 19 Uhr, an Heiligabend nur um 14 Uhr und am 6. Januar nur um 11 Uhr. Das Zelt steht am Stadion an der Kreuzeiche und ist beheizt. Eine Vorstellung dauert mit Pause rund zweieinhalb Stunden.
Wo ist die Region weihnachtlich beleuchtet?
In der Tübinger Altstadt hat die Wirtschaftsförderung WIT zusammen mit dem Handels- und Gewerbeverein ein einheitliches Beleuchtungskonzept umgesetzt: Straßenüberspannungen, Kugeln und Sterne, die ab der Dämmerung warmweiß leuchten. Zu sehen sind sie unter anderem im oberen Teil der Burgsteige, vor dem Schlosstor, an der Krummen Brücke, am Lustnauer Tor und in der Froschgasse. 2024 kamen Sterne an den 16 Laternenmasten der Neckarbrücke hinzu. In jenem Jahr brannten die Lichter laut Stadt vom ersten Advent bis mindestens 6. Januar.
Während der chocolART haben in den vergangenen Jahren Lichtkünstler zusätzlich Fachwerkfassaden in der Altstadt angestrahlt. Die reguläre Weihnachtsbeleuchtung lässt sich in Ruhe an einem Abend ansehen, an dem weder Weihnachtsmarkt noch chocolART stattfinden.
Ausflüge zwischen den Jahren
Kloster und Schloss Bebenhausen
Das ehemalige Zisterzienserkloster bei Tübingen geht auf eine Gründung um 1183/84 zurück. Später nutzten die württembergischen Könige Teile der Anlage als Jagdschloss. Vom 2. November bis 6. Januar ist das Kloster mittwochs bis sonntags und an Feiertagen von 10 bis 17 Uhr geöffnet. Das Schloss lässt sich nur mit Führung besichtigen: mittwochs bis freitags stündlich von 14 bis 16 Uhr, samstags, sonntags und an Feiertagen stündlich von 11 bis 16 Uhr. Am 24., 25. und 31. Dezember sowie am 1. Januar bleibt das Schloss geschlossen.
Im Advent führt ein abendlicher Laternenrundgang durch das Kloster. „Kloster(t)räume im Kerzenschein" startet am 27. November, 4. Dezember und 18. Dezember 2026 jeweils um 17.30 Uhr, die Teilnehmerzahl ist auf 25 begrenzt, eine Anmeldung ist erforderlich.
Uracher Wasserfall
Am Ende des Maisentals stürzt der Brühlbach 37 Meter über eine Tuffsteinkante. Vom Wanderparkplatz P23 führt ein ebener Weg rund zwei Kilometer am Bach entlang bis zum Wasserfall. Ohne Schnee und Eis ist dieser Talweg auch mit einem geländegängigen Kinderwagen machbar, die Treppen am Wasserfall sind es nicht. Wer mehr Strecke möchte, wählt die mittelschwere Tour „Rund um den Wasserfall": knapp 6 Kilometer, etwa zwei Stunden, 288 Höhenmeter, mit Rückweg am Fuß der Burgruine Hohenurach. Ohne Auto geht es mit der Ermstalbahn bis zur Haltestelle „Bad Urach Wasserfall". Bei Eis und Schnee werden Treppen und Pfade am Wasserfall rutschig. Dann bleibt man besser auf dem Talweg, und auch dort gehört festes Schuhwerk dazu. Nach der Runde bietet sich ein Spaziergang durch die Fachwerkaltstadt von Bad Urach an.
Weitere Infos über die Region Neckar-Alb
Wo kann man in der Weihnachtszeit gut essen gehen?
Wer an einem Marktwochenende oder rund um die Feiertage essen gehen möchte, sollte früh reservieren. Öffnungszeiten an den Feiertagen und besondere Menüs erfährt man direkt beim Restaurant.
Während der chocolART bieten Tübinger Gastronomen im chocoKULINARIUM eigene Schokoladenmenüs an. Auf der Burg Hohenzollern gibt es zum Winterzauber Wintermenüs im Burg-Restaurant, die drei Tage vorher bestellt werden sollten. Die „Königliche Teezeit" mit Sekt, Tee oder Kaffee und einer Etagere mit Sandwiches, Weihnachtsgebäck und Pralinen kostet 38 Euro pro Person. Sie ist an den Öffnungstagen des Winterzaubers zwischen 15 und 17 Uhr buchbar und muss mindestens drei Werktage vorher reserviert werden, eine Winterzauber-Eintrittskarte ist zusätzlich nötig.
Oder wie wäre es mit Fine Dining? Das Kesselhaus Bad Urach, das Restaurant Maulhelden in Albstadt oder das Restaurant Mayers Waldhorn in Kusterdingen servieren u.a. schwäbische Spezialitäten auf höchstem Niveau.
An Heiligabend selbst bleibt es in vielen schwäbischen Familien schlicht: Dann gibt es zu Hause Saitenwürstle mit Kartoffelsalat.
Restaurantbesuche verschenken: die FINE DINE Box Neckar-Alb
Wer zu Weihnachten gemeinsame Abende statt Gegenstände verschenken möchte, findet in der FINE DINE Box Neckar-Alb zwölf Restaurantgutscheine für jeweils mindestens zwei Personen. Die Restaurants liegen in Tübingen, Reutlingen, Kusterdingen, Mössingen, Albstadt, Münsingen und Pliezhausen, je ein Gutschein gilt außerdem in Herrenberg und Stuttgart. Die Gutscheine der Edition 2027 gelten ab dem Kauf bis zum 31. August 2028. Es sind Wertgutscheine: Je nach Restaurant wird ein fester Betrag ab einem Mindestumsatz abgezogen, zum Beispiel 25 Euro ab 75 Euro, oder der Gutschein gilt bei einer bestimmten Menübestellung. Zum Einlösen reserviert man einen Tisch und gibt den Gutschein zu Beginn des Abends ab. Als Zugabe liegen zwei Hotelgutscheine für Häuser in Bad Hindelang im Allgäu bei, die ab vier gebuchten Nächten gelten.
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(Text: K. K. - Online-Redakteurin / Foto: Ender M von Pexels)

